Pligos und Michalis

Zwei Kater mit sehr schlimmen Wunden, denen wir 2025 helfen konnten. Aber sie haben es uns nicht leicht gemacht!

Wir zeigen nur selten Bilder mit Wunden und wenn, dann nur um zu zeigen, dass sie heilen können. Sie gehören zu unserer Streunerhilfe dazu und wir wollen sie deshalb nicht ausblenden.

Pligos

Kater Pligos erschien im Sommer 2025 an Marias Futterstelle, zunächst nur ab und zu, dann regelmäßig. Wir vemuten, dass seine Wunde schon alt ist und von einer aufgeplatzten Eiterbeule kommt.
Zum Glück konnten wir Pligos fangen und zur Tierärztin bringen.

Leider arbeitet Pligos überhaupt nicht mit. Nach Tagen in der Klinik, in denen er nur unter Stress für alle Beteiligten seine Medikamente bekam, konnte nichts mehr zur Unterstützung der Heilung getan werden. Wir konnten nur hoffen, dass die Zeit die Wunde heilt. Diese Zeit bekommt Pligos bei uns; am 21. Juni 2025 hole ich ihn aus der Klinik ab.
Es ist unglaublich, man konnte zusehen, wie die Wunde von außen nach innen zuheilte.
Und endlich! Mitte Juli bekommt der Kater seine Freiheit wieder.

Über fünf Wochen musste Pligos ausharren. Er war die bisher härteste Nuss, die wir in Pflege hatten.
Auch wir konnten ihn nur mit äußerster Vorsicht versorgen, er war immer auf der Hut und bereit zu hauen – und das mit Perfektion durchs Gitter hindurch. Fotos für die Tierärztin konnten wir nur aufnehmen, wenn einer Pligos von der anderen Seite ablenkte. Futter und Wasser konnten wir nicht wie sonst unter dem Schieber hindurchschieben, denn er schlug zu, sobald sich etwas bewegte. Wir stellten es in den neuen Käfig, in den er ohne etwas umzuschütten, hinüberwechselte.
Er fraß zum Glück immer mit Appetit, hatte eine gute Verdauung und ließ sich mehrmals am Tag umsetzen.

Und wieder einmal zeigte sich, dass sich alle Mühe lohnt. Ende November 2025 schreibt uns Maria M., dass Pligos zutraulich geworden ist und schickt uns diese Fotos:

Michalis

Kater Michalis von unserer Fangstelle MiMa hatte an beiden Seiten Wunden, am Hals ähnliche wie Pligos und kleinere an den Schultern. Die Tierärztin vermutete, ein Hund hätte den Kater gebissen.
Wie Pligos ist auch Michalis kein bisschen umgänglich und nach vier Tagen in der Klinik kommt er am 8. August zu uns.

Er lässt sich nicht anfassen und wir können für seine Wunden nichts Unterstützendes tun; seine Medikamente nimmt er problemlos übers Futter. Wieder können wir nur hoffen, dass eine saubere Umgebung, gutes Futter, Ruhe und Zeit Michalis helfen.

Wie die meisten Streuner sitzt Michalis die ersten Tage am liebsten in der Katzenstreu. Bis sich das ändert, gibt es zwei Toiletten. Gefüttert wird in dem angeschlossenen langen Käfig, in dem sich Michalis gern entspannt lang macht, wenn er sich unbeobachtet fühlt. Wird sein „Krankenzimmer“ gesäubert, gibt’s ein kurzes Sonnenbad.

So geht es wochenlang. Michalis wird zwar nicht zutraulich, aber er scheint sich nicht unwohl zu fühlen.
Und auch kleine Fortschritte machen uns Mut.
Seine Wunden kann man am besten sehen, wenn er frisst. Alle zwei/drei Tage werden Fotos und Videos für die Tierärztin gemacht, von der rechten Seite:

Und von der linken Seite:

Erst nachdem auch der letzte kleine Schorf abgefallen ist und die Wunden vollständig geheilt sind …

kommmt Michalis am 24. Oktober 2025 an seine Futterstelle zurück.

Pligos war über fünf Wochen und Michalis sogar 11 Wochen bei uns.
Es ist weder für die Streuner noch für uns schön, sie lange – wie in der Klinik – auf engem Raum zu halten.
Die Alternative, sie mit nicht vollständig verheilten Wunden freizulassen, ist keine Option. Denn dort können sich die Wunden (wieder) infizieren und die regelmäßige Gabe von Medikamenten ist nicht gewährleistet. Also heißt es für alle Beteiligten: Durchhalten!